Kulturaufbetragter des Landes Berlin
Mit großer Freude unterstütze ich das Engagement Berliner Bürgerinnen und Bürger zugunsten der Restaurierung der Amalien-Orgel in der Kirche Zur Frohen Botschaft in Berlin Karlshorst. Mit dem Spendenaufruf erfahren viele von uns zum ersten Mal von der Existenz dieses klingenden Juwels des preußischen Kulturerbes. Die Orgel stand ursprünglich im Berliner Stadtschloss. Friedrich II. hatte sie 1755 von Peter Migendt und Ernst Marx, zwei Schülern des genialen Silbermann-Schülers Joachim Wagner, für seine Schwester Anna Amalia dort aufbauen lassen. Nach einer wechselvollen Geschichte kam die Orgel 1960 an ihren jetzigen Standort.
Als das letzte Zeugnis der Berliner Orgelbaukunst des 18. Jahrhunderts ist die Amalien-Orgel ein einzigartiges Kulturgut von europäischem Rang. Dennoch ist heute die musikalische Qualität der Orgel eingeschränkt: Eingriffe nach den Möglichkeiten der sechziger Jahre und starke Schwankungen der Luftfeuchtigkeit haben den ursprünglichen Klangcharakter der Orgel verändert. Deshalb hat eine Kommission unter Einbeziehung namhafter Orgelexperten ein sorgfältig abgestimmtes Restaurierungskonzept erstellt.
Jetzt ist es an uns, die dringend notwendige Restaurierung auch finanziell zu ermöglichen. Ich wende mich an alle, denen der Erhalt unseres kulturellen Erbes am Herzen liegt: tragen Sie dazu bei, der Amalien Orgel ihren Charakter, ihren Glanz und ihre Farbe zurückzugeben
Charisma bedeutet soviel wie Gnadengabe. Mit der Amalien-Orgel ist unserer Gemeinde vor 50 Jahren eine außergewöhnliche Gnadengabe zuteil geworden. Viele verbinden mit dem Namen Karlshorst das Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Gnade der Befreiung, die uns damals geschenkt wurde, können wir heute in Karlshorst verbinden mit dem Charisma des Klanges dieser Orgel. Man soll seine Talente nicht vergraben, sondern mit ihnen wuchern, heißt es in der Bibel. Ich wünsche mir, daß viele unter uns die ihnen anvertrauten Talente nutzen, damit dieses einzigartige Instrument zur Freude aller in seiner ursprünglichen Weise wieder erklingen möge, und im Namen „Karlshorst“ für viele zukünftig auch der Klang unserer Orgel mitschwingt.